Viel Spass mit den Tourenempfehlungen! 

Zur Erläuterung: Wir sind Bergwanderer, keine Bergsteiger. Daher machen wir alle Touren ohne Sicherungsgurte o.ä. und müssen die technische Schwierigkeit entsprechend gering halten.  Die Schwierigkeitsgrade deuten also nur Folgendes an: 

 
- kein Schwierigkeitsgrad: durchgängig gut befestigter Weg
* weitgehend gut befestigter Weg, nur kurze Passagen, bei denen man auch mal die Hände einsetzen muss. Keine besondere Absturzgefahr.
** längere ausgesetzte Passagen, wenn auch oftmals mit Seilen gesichert (Klettersteig). Keine besondere Ausrüstung notwendig, aber stellenweise durchaus Absturzgefahr. Nur für Geübte!
 
Die Tourenempfehlungen beinhalten keine Zeitangaben, da diese nicht nur zu sehr von der individuellen Fitness, sondern vor allem auch vom eigenen Anspruch abhängen. Schließlich muss jeder selbst wissen, ob er oder sie die Tour als Sportler oder als Genießer angehen will. Und überhaupt: Wieviel Zeit sollten wir für Pausen und Hüttengelage einplanen? Als Anhaltspunkt dienen die Angaben der Höhendifferenz der Tour. Etwaige Zwischenanstiege sind nicht berücksichtigt. Eine gute Fitness, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sowie nach Möglichkeit auch gesunde Knie sind beim Bergwandern stets vorauszusetzen. 

Alle Touren auf dieser Seite lassen sich mit der Karte "Werdenfelser Land" des Bayerischen Landesvermessungsamtes ohne Aufwand finden (Maßstab 1:50.000, ISBN 3-86038-509-7) und sind in der Natur gut markiert. 

 
Alpspitze,  
2628 m 
Höhendifferenz: 1.900 m 
Schwierigkeitgrad: ** 

Eine recht sportliche Tour, sowohl in Hinblick auf die Höhendifferenz, als auch auf den Klettersteig zum Gipfel. In der hier beschriebenen Form sind gute Fitness und gesunde Knie absolute Bedingung! Wer das nicht mitbringt, kann auch mit der Gondel zum Kreuzeck (1.651 m) oder zum Osterfeldkopf (2.150 m) fahren. 
Die richtige Tour beginnt in Hammersbach (750 m), genau wie der Weg ins Höllental. Allerdings biegt man schon nach rund 50m links in Richtung "Kreuzeck" ab. Es geht steil bergauf durch einen Fichtenwald mit gelegentlichen Lichtungen. Zweimal kreuzt man Fahrwege, die auch für einige Meter begangen werden. Die Blicke sind hier nur gelegentlich richtig schön, es geht mehr darum, Höhenmeter zu machen. 
Irgendwann erreicht man einen Sessellift (außer Betrieb). Jetzt wird es hart für die eigene Psyche: man trifft auf jede Menge "Bergwanderer", die die Gondel zum Kreuzeck genommen haben. Außerdem führt der Weg weiter nach rechts zur Hochalm über einen Fahrweg. Die Hochalm und etwas später auch das Bergwachthaus links liegen lassen.  
Dann geht es noch ein Stück eben weiter, und bevor es bei einem Rechtsknick über den Fahrweg zum Osterfeldkopf geht , liegt der Klettersteig "Schöngänge" direkt vor uns. Jetzt wird die Tour auch endlich richtig schön, und man hat immerhin noch 800 Höhenmeter vor sich! Das DAV-Schild "Nur für Geübte! Alpine Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unerlässlich!" ist unbedingt zu beachten. Bald kommt auch schon eine große Leiter, und man kommt nicht umhin, auch mal die Hände einzusetzen. Danach ist das schwierigste Stück auch schon geschafft. Es folgen einige weitere etwas heikle Passagen, aber auch sehr schöne Blicke auf das Wettersteingebirge. 
Am Gipfel trifft man auf zwei weitere Klettersteige zur Alpspitze, die jedoch deutlich schwieriger sind, als unser Weg über die Schöngänge. Daher empfehlen wir, denselben Weg auch für den Abstieg zu wählen. Varianten sind bei den normalen Wanderwegen leicht möglich, etwa über die Höllentalangerhütte. Dadurch wird die ohnehin schon ausgiebige Tour jedoch nicht unbedeutend länger. Wer andererseits den Abstieg mit der Gondel machen möchte, sei daran errinnert, die letzte Talfahrt nicht zu verpassen (ca. 17.00h). 
 
 

Schellschlicht,  
2.052 m
Höhendifferenz: 1.200 m 
Schwierigkeitsgrad: * 

Eine sehr schöne und auch recht einsame Tour, obwohl sie mittlerweile auch in zahlreichen Wanderführern als "Geheimtipp" beschrieben wird. Beginn in Griesen (822 m), die ersten paar Minuten über einen Fahrweg, auf dem man zahlreichen Mountainbikern ausweichen muss. Dann rechts ab und man ist für sich allein! Kurz darauf muss man sich entscheiden, ob man die Runde rechts- oder linksherum laufen will. Unterschied: rechts ist es deutlich steiler. Wer also - etwa um die Knie zu schonen - nicht steil bergab gehen möchte, sollte besser die rechte Variante zum Aufstieg wählen. Beim Aufstieg darf man dann trotz der Strapazen nicht den Blick auf die herrliche Landschaft inkl. Zugspitze vergessen. Wer also sehr auf den Gipfel fixiert ist und erst auf dem Abstieg das Genießen anfängt, sollte den linken Weg einschlagen. Dann ist man nicht nur schneller oben, man verpasst auch nicht so viel. 
So oder so: der Weg ist im oberen Bereich teilweise etwas rutschig wegen ziemlich losen Gesteins. Außerdem gibt es zwei kurze gesicherte Passagen, die jedoch ganz leicht zu überwinden sind. Östlich vom Gipfel sind ein paar kleine Gegenanstiege zu überwinden, die auch nicht weiter stören. 
Der große Vorteil dieser Tour ist, dass sie nicht so überlaufen ist. Dafür gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeit und auch nur an einer Stelle (auf halber Höhe des rechten Weges) einen kleinen Bach. Ausreichende Getränke sind also auf jeden Fall mitzubringen, zumal es zwischen den Kiefern extrem warm werden kann! 
 
 

Schachen, 1.866 m Höhendifferenz: 1.100 m 
Schwierigkeitsgrad: - 

Abwechslungsreiche Tour mit kulturellem Höhepunkt. Die Tour beginnt am olympischen Skistadion von Partenkirchen und verläuft auf den ersten Metern wie der Weg zur Partnachklamm. Wir biegen aber schnell rechts ab und folgen der Fahrstraße zum Sattlerhaus (Hohe Partnach Alm). Zwischen schönen Wiesen, dann über den Waldweg ins Tal der Partnach. Ab hier wird es immer schöner, je weiter wir der Partnach folgen. Es fällt dann nicht unbedingt leicht, die Partnach zu verlassen und links zum Schachen abzubiegen. Aber es lohnt sich: der Weg zieht sich bald eng am Berg entlang nach oben. Hier sollte man es sich nicht entgehen lassen, noch einmal ins Tal zurückzuschauen!  
Oben treffen wir auf das Schachenhaus zur Erfrischung und vor allem auf das Jagdschloß von Ludwig II. Von Außen betrachtet recht unscheinbar, sollte man nicht den Blick ins Innere versäumen! Außerdem gibt es noch den botanischen Alpengarten zu sehen, in dem sich alle möglichen Gebirgspflanzen aus aller Welt finden. Nur haben die Gärtner leider die heimischen Pflanzen bei dem ganzen exotischen Gewächs fast vergessen... 
Diese Attraktionen ziehen recht viele Touris an, die einen einfacheren Weg von der anderen Seite zum Aufstieg nutzen. (Man fragt sich allerdings immer wieder, ob der Weg wirklich SO einfach sein kann...) Die Touris sehen wir beim Abstieg über den Kälbersteig aber ohnehin bald nicht mehr. Unten am Kälbersteig überqueren wir den Fahrweg und mit einer kleinen Brücke den Bach Richtung Partnachklamm. Wenn man hier spät genug ankommt, kann man sie kostenlos durchlaufen. Wenn nicht, lohnt es sich aber trotzdem: die Partnachklamm kann fast bei der Höllentalklamm mithalten! 
 
 

Höllentalangerhütte, 1.387m Höhendifferenz: 600 m 
Schwierigkeitsgrad: - 

Eine der beliebtesten Wanderungen bei Garmisch. Die Tour startet in Hammersbach und ist sehr gut markiert. Gleich zu Beginn begeht man die berühmte und sehr schöne Höllentalklamm (kostenpflichtig!). Die Klamm bietet im Sommer eine angenehme Erfrischung, hier ist es stets recht frisch und feucht. Dann geht´s immer schön bergan bis zur Hütte. Diese ist wirklich fantastisch gelegen und die Route daher nicht zu unrecht so beliebt. An schönen Wochenenden ist der - wenngleich gut ausgebaute - Weg allerdings zu eng, um die Besuchermassen aufzunehmen. Man sollt daher unbedingt darauf achten, die Höllentalangerhütte nicht zu solchen Tagen zu besuchen. 
Für den Weg zurück bietet sich eine kleine Variante an, mit der die Klamm umgangen wird. Ein kleiner Anstieg bringt einen über eine luftige Brücke hoch über die Klamm und etwas weg von den Massen. 
 
 

Daniel, 2.340m Höhendifferenz: 1.400 m 
Schwierigkeitsgrad: *  

Schöner, recht unberührter Aussichtsberg. Der Anfangspunkt dieser Tour liegt - von  Garmisch kommend - unmittelbar vor der Gleisunterführung bei der Abzweigung zwischen Ehrwald und Lermoos. Bald geht es einen schönen, etwas feuchten Pfad steil bergauf direkt bis zur Tuftelalm. An dieser gemütlichen Alm sollte man aber erst auf dem Rückweg einkehren. Von dort gibt es zwei Wege zum Gipfel, die sich nicht wesentlich unterscheiden. Wir empfehlen den etwas längeren westlichen Weg über ein Mittelkreuz zum Aufstieg und den direkten Weg zurück zur Tuftelalm beim Rückweg. Die Wege führen über schöne Almpfade, und man sollte die Augen für die heimische Tierwelt offen halten. Wir haben einen Hirsch, mehrere Gemsen und einen Birkhahn gesehen. Zur Beobachtung eignen sich besonders die Hänge hinter dem Mittelkreuz. Außerdem waren zahlreiche Alpensalamander auf dem Weg. Der Pfad selbst ist gut begehbar, aber durch lose Steine (Schotter) oft etwas rutschig. Am Gipfel geht es noch ein Stück den Grad entlang und es wird etwas eng: man sollte aufpassen, bei der ganzen Begeisterung über die Aussicht nicht neben den Weg zu treten. 
Zurück über den anderen Weg zur Tuftelalm, bei der man sich die verdiente Erfrischung gönnen kann. Wer dann nur noch gemütlich auslaufen will, folgt nach ein paar Metern Abstieg über den Almpfad einfach einer Fahrstraße ins Tal. 
 

Hennenkopf,
1.768 m 
Höhendifferenz: 800m
Schwierigkeitsgrad: -

Schöne Wanderung, die man auch noch spät im Jahr angehen kann. Ausgangspunkt ist Schloss Linderhof, das man über Oberau, Ettal und Graswang erreicht. Es geht über gute Wege herauf, dann leider kurz vor dem Brunnenkopfhaus nach rechts weg Richtung Hennenkopf. Wer Bewirtung braucht, muss den Umweg in Kauf nehmen. 
Dann verläuft der Weg schön am Hang entlang, und wenn man nicht Acht gibt, verpasst man den eigentlichen Aufstieg zum Hennenkopf, der erstaunlich unscheinbar in Serpentinen den Hang hinauf geht. Den sollte man sich aber auf keinen Fall entgehen lassen: Es erwartet einen ein sehr schöner, weiter Blick ins Flachland! 
Nach dem recht kurzen Abstecher zum eigentlichen Gipfel folgen wir wieder dem vorherigen Weg. Es lohnt sich immer, die Augen aufzuhalten. Auch hier kann man Gemsen beobachten. Nach einiger Zeit geht es wieder zurück ins Tal. Nur das letzte Stück verläuft am Zaun des Schlosses entlang, was nicht wirklich die Lust steigert, es sich näher anzusehen.
 
 

Stepberg Alm,
1.583 m 
Höhendifferenz: 850m
Schwierigkeitsgrad: -

Eine überraschend ruhige Tour mit hervorragendem Zugspitzblick direkt bei Garmisch. Ausgangspunkt ist ein kleiner Parkplatz direkt an der Loisach, der nicht in der Karte eingezeichnet ist. Er ist trotzdem leicht zu finden: 50m vor der Abzweigung nach Grainau/Eibsee am westlichen Ende von Garmisch fährt man zum Parken rechts runter.
Hinter der Fußgängerbrücke geht es direkt geradeaus weiter, und man sollte immer auf dem größten Pfad bleiben, bis zu einem Schotterweg, der breit genug für Autos ist. Dort weist ein großes Schild zur Stepberg Alm, an das man sich einfach hält. Die Zeitangabe mit 2 1/2 Stunden ist jedoch weit übertrieben (ich sage ja sonst nie etwas über Wanderzeiten...). Der weitere Weg kann kaum verfehlt werden, auch wenn es schon bald über einen typischen Bergpfad weitergeht.
Die Stepberg Alm selbst ist eine nette und sehr angenehm kleine Hütte mit bestem Zugspitzblick. Sie liegt auf einer Art Sattel und bietet noch etwas echten Almbetrieb. Da ist es kaum verwunderlich, dass fast die Hälfte der Gäste "Einheimische" waren. Im (Früh-)Sommer kann man Glück haben und frische Buttermilch genießen, später im Jahr gibt´s nur noch Frischmilch. Der Weg zurück führt über den Stepbergalpensteig, der allerdings kein echter "Steig" ist, sondern ein ganz normaler Pfad. Mit diesem Weg kommt man etwas östlich des Ausgangspunktes an, was nicht unangenehm ist, um sich noch ein paar Minuten auf ebenem Boden die Füße zu vertreten.  
Angemerkt sei noch, dass man von der Stepberg Alm (wohl) noch ganz gut den ein oder anderen kleinen Gipfel in der Umgebung "mitnehmen" kann. Ohne diese Umwege ist diese Runde jedoch auch sehr schön und geradezu ideal für einen Sonntag, an dem man vor dem Wandern erst einmal richtig ausschlafen will...  

Hinteres Hörnle,
1.548 m 
Höhendifferenz: 870m
Schwierigkeitsgrad: -

Eine weitere, auch zu Saisonanfang und - ende lohnenswerte Wanderung. Der Ausgangspunkt ist Grafenaschau, das sich von der Autobahnausfahrt Eschenlohe sehr leicht erreichen lässt. Im Örtchen parkt man für diese Tour dann nicht auf dem beschilderten Parkplatz, sondern besser etwas weiter die Straße rauf. 
Der Weg verläuft nach wenigen flachen Metern recht steil am Rissgraben entlang, was bereits im Wald schon einige schöne Ausblicke verschafft. Bei warmen Wetter wird man den schattigen Aufstieg besonders schätzen. Das Hintere Hörnle wird dann über den Rissberg erreicht, ab dem der Weg ausserhalb des Waldes verläuft. Oben angekommen trifft man mitunter auf zahlreiche andere Wanderer von denen bislang weit und breit nichts zu sehen war: das Hintere Hörnle wird fast ausschliesslich von Bad Kohlgrub oder Unterammergau aus angegangen. Die hervorragende Aussicht auf die Alpen mit Zugspitze wie auf das Flachland mit zahlreichen Seen trübt das ohnehin nicht.  
Nach etwas Gesellschaft auf dem Gipfel sind wir auf dem Rückweg allerdings wieder für uns allein und genießen streckenweise auf einer Forststraße den Abstieg über den Stierkopf und die "Drei Marken" als angenehmen Spaziergang. Damit fehlt dieser insgesamt "runden" Tour nur leider eine Einkehrmöglichkeit.
 
 

 
Alle Angaben ohne Gewähr!